Eckhard Stickdorn: „Hürden und Fallstricke: Was beim Wechsel des Stromanbieters zu beachten ist“

Hürden und Fallstricke: Was beim Wechsel des Stromanbieters zu beachten ist

 

Rechtsanwalt Eckhard Stickdorn, Pocking

Fachanwalt für Arbeitsrecht, Insolvenz und Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Günstige Anbieter versuchen, Verbraucher mit Angeboten von den traditionellen Grundversorgern wegzulocken, die aber zunächst nur ein Jahr gelten sollen. Danach wird es teurer – es sei denn, man entdeckt die Kündigungsfrist im Kleingedruckten und wechselt rechtzeitig zum nächsten Anbieter, wobei dieser häufig damit wirbt, den Wechsel für den Kunden zu organisieren.

In einem vom Amtsgericht Passau entschiedenen Fall hatte der Kunde darauf vertraut, und als er selbst wieder daran dachte, war es zu spät und der neue Anbieter teilte ihm mit, seine Daten angeblich nicht bekommen zu haben. Da aber anderes versprochen worden war, beschwerte sich der Kunde und kündigte an, sich wegen der entstehenden Nachteile an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden – was allerdings voraussetzt, dass die Parteien noch nicht vor Gericht streiten.

Heftig: Der unwillige Stromanbieter reagierte auf diese Ankündigung mit einer sofortigen Zivilklage – um den Kunden mundtot zu machen und ihm den Weg zur Schlichtungsstelle zu verbauen? Das Amtsgericht Passau hat diese Klage aber am 18.10.2017 als unzulässig abgewiesen (Az. 13 C 1274/17) und dabei festgestellt, dass eine derartige Ankündigung des Kunden das aggressive Verhalten des Stromanbieters nicht rechtfertigt – der sich also in diesem Fall in seinem eigenen Fallstrick verfangen hat.